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[Gelesen] “Delirium” von Lauren Oliver

Autor: Lauren Oliver
Verlag: Carlsen
Format: Hardcover
Seiten: 409
Erschienen am: Oktober 2011
ISBN: 9783551582324
Genre: Dystopie

Vorab möchte ich mich bei Lovelybooks und beim Carlsen-Verlag dafür bedanken, dass ich dieses Buch im Rahmen einer Testleserunde kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen habe.

„Liebe: ein einzelnes Wort, ein schmächtiges Ding, ein Wort, nicht breiter oder länger als eine Schneide. Das ist es auch: eine Schneide, eine Klinge. Es fährt durch das Zentrum deines Lebens und schneidet alles mittendurch. Vorher und nachher. Der Rest der Welt fällt auf beiden Seiten hinunter.
Vorher und nachher – und währenddessen, ein Moment, nicht breiter oder länger als eine Schneide.“

Die Liebe gilt im zukünftigen Amerika als eine gefährliche Krankheit, die es auszumerzen gilt. Mittels einer speziellen Behandlung, des sog. Eingriffs, werden die Menschen ab dem 18 Lebensjahr immun gegen diese Krankheit gemacht. Lena, 17 Jahre alt, steht dieser Eingriff kurz bevor. Sie zählt die Tage, die ihr noch bis zu dieser Operation verbleiben und während derer das System die Weichen für ihr zukünftiges Leben stellt. Doch dann lernt Lena Alex kennen und ihre Welt beginnt sich auf den Kopf zu stellen.

Der Anfang war für mich etwas zäh. Lena zeigt auf den ersten Seiten ihr alltägliches Leben und das System dar und schafft somit eine Ausgangsposition für den Leser. Sie stellt dabei nicht nur sich, ihre Vergangenheit und ihre Familie, sondern auch ihre beste Freundin Hana vor, mit der sie gemeinsam zur Schule geht und auch ihre Freizeit verbringt und die später eine Schlüsselrolle bezüglich Lenas Einstellung zum System darstellt. Alleine die Vorstellung, dass für mich alles von fremden Leuten bestimmt wird, d.h. wie und mit wem ich zu leben habe, wie viele Kinder ich bekommen soll etc. jagt mir schon einen Schauder über den Rücken.
Richtig interessant wird es dann, als Lena Alex näher kennen lernt und sich in ihn verliebt. Die Autorin schafft es dabei, das Ganze nicht hopplahopp über’s Knie zu brechen oder kitschig, sondern sehr real darzustellen. Lena erlebt die ersten Schmetterlinge im Bauch und verhält sich seltsam, ohne wirklich zu wissen warum. Es ist ihre erste Liebe und man spürt als Leser förmlich das Kribbeln in ihrem Bauch. In meinen Augen ist ihr Verhalten sehr gut nach volllziehbar. Es erinnert mich sehr an meine große Liebe, die mich auch so manches Mal um den Sinn und Verstand gebracht hat (und immer noch bringt *G*).
Als dann die Bedrohung durch das System und Lenas Familie immer stärker wurde, hielt mich nichts mehr: Ich verschlang die Seiten, fieberte und bangte mit Lena mit, in der Hoffnung, dass alles gut enden wird… tja, und dann kam da ein Ende, mit dem ich nicht gerechnet hatte, auf das ich aber auch nicht genauer eingehen werde, um nicht die Spannung vorweg zu nehmen.

Es ist das erste Buch, das ich bewusst als „Dystopie“ gelesen habe und es hat mir verdammt gut gefallen. Durch die anschauliche und schlüssige Darstellung von Lenas Umfeld (u.a. die Umgebung, die Personen, das politische System) fiel es mir insgesamt gesehen leicht, der Handlung zu folgen und mir alles vorzustellen. Dabei half mir auch sehr, dass Lauren Oliver unsere Zeit nicht sehr stark abgeändert hat bzw. ihre Änderungen logisch erklärt – z.B. es gibt zwar noch Autos, aber aufgrund der Rohstoffknappheit können es sich nur die Reichen erlauben, so eines zu fahren. Alles in allem ist dies ein sehr gut durchdachter und schlüssiger Roman, der trotz des Liebes-Themas weder kitschig noch überzogen ist, sondern auf dem Boden der Realität bleibt.

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