Suche:
Über Friesenwölfin
In Friesland, in der Nähe der Nordsee, bin ich zuhause und verbringe meine Freizeit neben der Beschäftigung mit meinen beiden Hunden, dem Geocaching und der Fotografie vor allem mit dem Lesen von Fantasy-, historischen oder anderen spannenden Romanen. Es ermöglicht mir, den grauen Alltag hinter mir zu lassen, ferne Welten zu bereisen, unbekannte Wesen zu entdecken und mit Helden zu lachen, zu weinen und ihre Abenteuer zu bestehen. Dabei lege ich besonders viel Wert auf einen harmonischen, flüssigen Schreibstil des Autors (bei Hörbüchern zusätzlich noch eine gute, lebendige Leseart des Sprechers) sowie eine logische Darstellung der Handlung bzw. der Umwelt des Helden. Nur so kann ich das Lesen wirklich genießen!Zur Zeit lese ich
Rund um die Literatur
Abgebrochen Allgemeines Buchkauffrei Büchersparschwein Challenges Dystopie Fantasy Gegenwartsliteratur Gehört Gelesen Historischer Roman Horror Hörbuch Hörbuch-Challenge 2011/12 Kinder- u. Jugendbuch Krimi Lesemarathon meine Drabbles Ratgeber Science-Fiction sonstige Aktion Spionage-Roman Steampunk Testlesen ThrillerZur Zeit höre ich
Buch-Links
-
Fotos
Rund um den Hund
Hunde-Links
Sonstiges
Blog Archives
[Gelesen] “Nicht so schlimm” von Nicolas Fargues
Autor: Nicolas Fargues
Verlag: Rohwolt
Format: Hardcover
Seiten: 187
Erschienen am: 20. Juli 2007
ISBN: 9783498021177
Genre: Gegenwartsliteratur
Das Buch von Nicolas Fargues war in Frankreich monatelang auf der Bestsellerliste und wurde in insgesamt 11 Sprachen übersetzt. Es wird beworben als „ein wirklich großer Liebesroman für Männer – und alle, die wissen wollen, wie Männer ticken.“ (Jan Weiler auf der Rückseite des Buchs), in dem es um das Liebesleben eines Franzosen geht.
Er, dreißig Jahre alt, weiß, ist seiner Frau treu ergeben, obwohl ihm – so wie er schreibt – fast alle Frauen zu Füßen liegen. Bis auf ein Mal, wo er sich mit einer Sängerin einlässt und er seine Frau betrügt, was ihm im Nachhinein scheinbar mehr als nur leid tut. Sie, farbig, Afrikanerin, zahlt es ihm heim und das nicht nur, indem sie sich mit einem Mobalesen vergnügt. Leidtragend sind vermutlich nur die beiden, gemeinsamen Kinder, die jedoch vom Hauptcharakter nur am Rande erwähnt werden. Sein Hauptaugenmerk liegt auf der Versöhnung mit seiner Frau; welche Rolle die Kinder in seinem Leben spielen, bleibt unklar.
Doch dann trifft der Hauptcharakter während eines Besuchs bei seinen Eltern in Italien auf die junge, attraktive Alice, die so anders als seine Frau Alexandrine ist und der Don Juan in ihm erwacht.
Das Buch ist so geschrieben worden, als würde der Hauptcharakter mir seine Geschichte persönlich erzählen, als würde alles einfach so aus ihm heraus sprudeln, so wie es ihm in den Kopf kommt. Gespickt wird dies mit rhetorischen Fragen wie „Denn an so was sind ja schließlich immer die Typen schuld, stimmt’s?“ oder „Ich weiß ja auch, dass mein Gerede dem einen oder anderen, den ich in letzter Zeit vollgequatscht habe, irgendwann lästig wurde, dir zum Beispiel, oder?“, die ich am Liebsten einfach mit „Ja“ beantworten, aufstehen und gehen bzw. einfach das Buch zur Seite legen möchte. Doch das gehört sich nicht und so lese ich das Buch durch, hangel mich durch den in Blocksatz gedruckten Text, verheddere mich in den Bandwurmsätzen (der längste Satz geht über eine Seite!) und suche vergebens den nächsten Absatz, um eine Lesepause zu machen.
Es ist jetzt schon eine geraume Weile her, dass ich das Buch gelesen habe und ich weiß – ehrlich gesagt – immer noch nicht, was ich davon halten soll. Da ist dieser Mann, der seine scheinbar glückliche Ehe auf Spiel setzt, indem er mit einer anderen Frau ins Bett geht und dann mit den Folgen nicht klar kommt. Statt wirklich zu lieben, leidet er – auch dann noch, als er scheinbar die Frau seiner Träume in Italien trifft. Anstatt endlich mal eine Entscheidung zu treffen, und diese durchzuziehen, wird er immer wieder wankelmütig und es bleibt lange Zeit offen, ob er zu seiner neuen Liebe steht oder ob er bei seiner Frau bleiben soll – die beiden Kinder lässt er völlig außen vor. Es wirkt alles in allem recht unfertig und unvollständig auf mich. Durch die Ich-Perspektive fehlte mir persönlich die Sicht von Alexandrine, die sicherlich viele Verhaltensweisen der beiden Eheleute erklären würde, aber so wirkt das Ganze auf mich etwas überzogen und unwirklich. Für mich als Frau ist dies kein Buch, was mir erklärt, wie Männer ticken, aber vielleicht sehen männliche Leser das ja anders?
[Gehört] “Die Bibel nach Biff” von Christopher Moore (Hörbuch)
Autor: Christopher Moore
Verlag: Audible GmbH
Hördauer: 15h 47 min
Erschienen am: 2009
ISBN: –
Genre: Gegenwartsliteratur
Bei dem mir vorliegenden Hörbuch handelt es sich um die ungekürzte Exclusiv-Version von audible.de. Der Sprecher ist Simon Jäger, der vor allem als feste Synchronstimme von Heth Ledger, Matt Damon und Jet Li sowie als Leser von Hörbüchern (z.B. die Thriller von Sebastian Fitzek oder John Katzenbach) bekannt ist.
Inhaltlich geht es um Levi, den man Biff nennt und der ca. 2000 Jahre nach seinem Tod vom Engel Raziel wieder zum Leben erweckt wird. Biff war zu Lebzeiten der Freund von Joshua, uns heute besser als Jesus bekannt, und er soll sein Evangelium über die gemeinsamen Lebensjahre mit dem Sohn Gottes schreiben, die ja bekanntlich in der Bibel fehlen. Es fängt an mit der ersten Begegnung der beiden 6-jährigen Jungen, führt dann über’s Erwachsenwerden und Joshs Ausbildung zum Messias bis hin zur uns bekannten Kreuzigung.
Für mich ist dies ein sehr kurzweiliges Hörbuch, da Simon Jäger es problemlos schafft, den verschiedenen Charakteren Leben einzuhauchen. Da ist der ruhige, nachdenkliche, teilweise sehr unsichere Joshua, der weiß, wer bzw. was er ist, aber erst noch lernen muss, wie er seine Aufgabe erfüllen kann. Ihm zur Seite steht Biff, ein pragmatischer, manchmal auch sehr frecher, junger Mann, der es eher auf die Abenteuer mit Frauen als auf die Suche nach dem göttlichen Funken abgesehen hat. Statt zu meditieren schläft er lieber oder erklärt sich bereit, für seinen Freund Sünden auf sich zu nehmen (z.B. mit Huren zu verkehren und Joshua dabei zu erklären, wie sich Sünde anfühlt – Zitat: „Sünde ist feucht!“), damit Joshua daraus lernen kann. Hierbei bleibt es nicht aus, dass zwei völlig verschiedenen Sichtweisen aufeinander prallen und es zu komischen Situationen kommt. Lediglich an einer Stelle in der zweiten Hälfte wurde es mir beim Zuhören langweilig: Joshua und Biff tauschen ihre frischen Erkenntnisse in einem flotten Schlagabtausch aus, ohne dass die Handlung auch nur einen Schritt voran kommt. Diese Passage hätte meines Erachtens zumindest für das Hörbuch gekürzt werden können, da sie für das Verständnis des Buchs nicht relevant ist und beim Zuhören doch etwas ermüdet. Ich muss gestehen, an dieser Stelle bin ich nicht nur einmal abgeschweift.
Während der fast 16 Stunden Zuhören verweilt man aber nicht nur bei Biff und Joshua in der Vergangenheit. Das Hörbuch hat ja damit angefangen, dass der Engel Raziel Biff in unserer Zeit wieder belebt und ihm die Aufgabe gibt, die damaligen Erlebnisse aufzuschreiben. Immer dann, wenn Biff eine Schreibpause macht, kehren wir in die Gegenwart zurück und werden so Zeuge davon, wie die beiden versuchen, mit der heutigen Zeit klar zu kommen. Alleine die Faszination Raziels für das Fernsehen ist ein Erlebnis für sich. Allerdings finde ich, dass die Sprünge zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart im Hörbuch nicht deutlich genug hervorgehoben werden. Mir fehlen da kurze Pausen, um zu verdeutlichen, dass hier ein Sprung stattfindet. Stattdessen hatte ich oftmals das Gefühl, dass die Textpassagen in einem durch gelesen wurden, was mich an einigen Stellen zunächst verwirrte, da ich gedanklich noch beispielsweise in Jerusalem war, während Simon Jäger bereits das Hotelzimmer von Biff und Raziel beschrieb.
Insgesamt gesehen ist „Die Bibel nach Biff“ ein recht kurzweiliges Hörbuch, das mir viel Spaß gemacht hat. Es hat keine besondere Tiefe oder Spannungen und man muss sich auch nicht besonders konzentrieren, um am Ball zu bleiben. Stattdessen ist es leichte, witzige Unterhaltung für zwischendurch, die man aber nicht unbedingt dann hören sollte, wenn man unter vielen Menschen unterwegs ist – das spontane Grinsen, Kichern oder Auflachen könnte zu Irritationen der Mitmenschen führen