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Über Friesenwölfin
In Friesland, in der Nähe der Nordsee, bin ich zuhause und verbringe meine Freizeit neben der Beschäftigung mit meinen beiden Hunden, dem Geocaching und der Fotografie vor allem mit dem Lesen von Fantasy-, historischen oder anderen spannenden Romanen. Es ermöglicht mir, den grauen Alltag hinter mir zu lassen, ferne Welten zu bereisen, unbekannte Wesen zu entdecken und mit Helden zu lachen, zu weinen und ihre Abenteuer zu bestehen. Dabei lege ich besonders viel Wert auf einen harmonischen, flüssigen Schreibstil des Autors (bei Hörbüchern zusätzlich noch eine gute, lebendige Leseart des Sprechers) sowie eine logische Darstellung der Handlung bzw. der Umwelt des Helden. Nur so kann ich das Lesen wirklich genießen!Zur Zeit lese ich
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[Drabble] Flucht auf dem Reuterweg
Wörter: 127
Stille. Nichts regt sich.
Nur das Rauschen meines Blutes ist zu hören. Angst schnürt mir den Hals zu. Panik steigt in mir auf. Der Weg vor mir ist in dem Dunkel nur noch zu erahnen. Und dennoch, ich laufe weiter.
Weiter. Immer weiter. Nur nicht stehen bleiben.
Knochige Hände greifen nach meinen Füßen. Dürre Finger zerren an meinem Haar.
Ich strauchel. Mühsam finde ich mein Gleichgewicht wieder und laufe weiter.
Immer weiter. Nur nicht stehen bleiben.
Er kommt näher, immer näher. Seinen kalten Atem spüre ich schon auf meiner Haut.
Ich zittere. Die Angst legt sich wie ein eisernes Band um meinen Brustkorb. Mein Atem rast. Mein Blick springt von links nach rechts.
Weiter. Immer weiter. Nur nicht stehen bleiben.
Plötzlich wird mein Fuß festgehalten. Ich falle …
[Drabble] Nebel im Wald
Wörter: 100
Schwarze Stämme säumen den Weg. Nebelbänder winden zwischen ihnen hindurch. Nirgendwo ist ein Laut zu hören. Völlige Stille liegt über dem Wald.
Ein paar Schritte vor mir verschwindet der Pfad in dem weißen Nichts.
Tautropfen schaukeln in den Spinnweben.
Leise setzen pelzige Pfoten auf dem weichen Boden auf.
Schnüffeln dringt gedämpft an mein Ohr.
Wölfe?
Mein Herz beginnt aufgeregt zu pochen.
Ich bleibe stehen, versuche in dem dichten Weiß etwas zu erkennen. Hoffnungslos. Nur das weiße Tuch, dass sich zwischen den schwarzen Stämmen des Waldes windet, umgibt mich.
Wieder höre ich das Schnüffeln. Diesmal dichter.
Dann teilt sich der Nebel …
[Drabble] Allein
Wörter: 109
Regen. Alles grau in grau.
Tropfen rinnen die Fensterscheibe hinab, verschleiern den Blick nach draußen. Draußen – dort, wo du bist, sein solltest. Aber du bist nicht mehr.
Ich bin alleine.
Tränen rinnen über meine Wangen. Ich spüre sie nicht. Leere beherrscht mich. Trauer und Schmerz sind gewichen. Kein Gefühl, nur noch Leere in mir.
Dein Lachen, deine Stimme, deine Wärme, deine Zärtlichkeiten – alles nur noch Erinnerungen. Du bist woanders, nicht mehr bei mir.
Ich weiß, ich werde dich nie mehr sehen.
Du bist fort. Dein Lachen ist verklungen, deine Stimme nicht mehr zu hören. Deine Wärme ist aus mir gewichen, deine Zärtlichkeiten nur noch ein Traum.
Ich bin allein.
[Drabble] Start frei!
Wörter: 100
Die Ampel ist dunkel.
Wie lauernde Jäger kauern die Rennboliden auf dem Asphalt, darauf bedacht, im richtigen Augenblick los zu sprinten.
Die Motoren brummen nervös. Hier und da wird Gas gegeben und die Drehzahl jaulend erhöht.
Schweiß rinnt den Fahrern über die Stirn.
Es ist heiß.
Die Ampel geht an.
Vier rote Lichter der Startampel flammen auf.
Wie gebannt starren alle Fahrer auf das Signal, warten sehnsüchtig darauf, endlich starten zu können.
Da! Es ist soweit! Die Ampel zeigt grün!
Die Motoren heulen auf, Räder drehen durch, die Boliden schießen vorwärts auf die erste Kurve zu.
Das Feld ist gestartet!
[Drabble] Der Untergang
Wörter: 147
Der Wind peitscht das Meer. Weiße Schaumkronen tanzen auf den hohen Wellen. Die Seevögel hatten sich schon lange vor dem Sturm auf das Festland gerettet.
Dann taucht es auf: Das riesige Segelschiff. Es stampft schwerfällig durch die Wogen, kämpft hart gegen den Sturm. In regelmäßigen Abständen klingt seine Messingglocke durch das Tosen des Windes, verklingt ungehört.
Krachen übertönt plötzlich den Lärm des Unwetters. Männer schreien auf, versuchen dem herabfallenden Mast auszuweichen. Erfolglos.
Das schwere Holz reisst Wanten, Taue, Segel mit sich, zerschlägt den mächtigen Rumpf. Wasser dringt ein. Das Schiff neigt sich zur Seite.
Männer werden mit dem Maststück in die Tiefe des Meeres gezogen, tauchen nicht wieder auf.
Die Wellen greifen nach dem Deck, der losen Fracht und der Besatzung. Nach und nach holt sich das Meer alles – Matrosen, Fracht, das ganze Schiff.
Es bleiben nur der Sturm, die hohen Wogen und die tanzenden Schaumkronen zurück.