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[Gelesen] “die purpurnen Flüsse” von Jean-Christophe Grangé

Autor: Jean-Christophe Grangé
Verlag: Springer (Axel)
Format: Taschenbuch
Seiten: 384
Erschienen am: 2. Januar 2011
ISBN:
978-3942656078
Genre: Thriller

Pierre Niémans ist ein gewaltätiger Polizeibeamter, der auf einen mysteriösen Mord angesetzt wird: In der Nähe von Guernon wird eine verstümmelte Leiche gefunden. Ihre Augen und ihre Hände wurden entfernt. Auch wenn sie dennoch identifiziert werden kann, geben ihre Verstümmelungen Rätsel auf.

Fast zur gleichen Zeit wird in einem anderen französischen Dorf in eine Schule eingebrochen und das Grab eines kleinen Jungen geschändet. Karim Abdouf, der hiesige Polizist mit einer kriminellen Vergangenheit, wird mit den Ermittlungen beauftragt, die immer mehr Fragen aufwerfen. Plötzlich kreuzen sich die Wege der beiden Polizisten – gehören diese Fälle etwa zusammen?

 

Wir sind die neuen Herren, wir sind die Sklaven.
Wir sind überall, wir sind nirgendwo.

Wir sind die Vermesser.
Wir beherrschen die purpurnen Flüsse.

 

„Die purpurnen Flüsse“ sind durch den m. E. hervorragend umgesetzten Film mit Jean Reno sehr bekannt. Als mir das Buch auf einem Flohmarkt in die Hände fiel, sagte ich mir: „Das musst du unbedingt lesen!“ Gesagt – getan. Die Story weicht leicht vom Film ab – die Ermittlungen werden ausführlicher dargestellt, wodurch ich als den Film kennender Leser anfangs etwas verwirrt war. Dennoch schafft es der Autor, mich binnen weniger Seiten so zu fesseln, dass ich den Film völlig vergaß und mich nur noch auf das Buch konzentrierte.

Die theoretischen Gedankenstränge der beiden Polizisten sind auf das Wichtigste beschränkt, so dass es nicht langweilig wird. Dennoch ist alles vorhanden, um selbst miträtseln zu können. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, da ich sonst zu viel vom Inhalt verraten würde und ihr keinen Lesespaß mehr hättet :)

Fazit: Wer Thriller mag, sollte dieses Buch nicht unbeachtet in der Ecke stehen lassen!

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[Gelesen] “Das Rätsel der Sandbank” von Erskine Childers

Autor: Erskine Childers
Verlag: Diogenes
Format: Taschenbuch
Seiten: 325
Erschienen am: 1975
ISBN: 3257202113
Genre: Spionage-Roman

Der Autor erzählt die Geschichte von Carruthers, der von seinem Freund Davies zu einem herbstlichen Segelabenteuer eingeladen wird. Die Schiffsreise beginnt in Flensburg, führt durch den Kanal und schließlich landen die beiden englischen Seefahrer im deutschen Wattenmeer, wo sie die ersten Berührungen mit der internationalen Spionage erleben. Es wird brenzelig und nur knapp kommen die beiden mit dem Leben davon, während sie das Rätsel von Memmert zu lösen versuchen.

„Ein Krieg des Geistes und nicht der Schrotflinten“, meinte ich.

Das Buch wird als der erste Spionage-Roman überhaupt gefeiert, der um 1900 spielt. Entsprechend betagt und gewöhnungsbedürftig ist die Schreibweise des Autors, denn das Original ist immerhin von 1903! Hinzu kommt die detaillierte Beschreibung der Segelmanöver, der Kursbestimmung etc., bei denen der Autor die Fachbegriffe (z.B. Backbord und Steuerbord statt links und rechts) und nur selten eine vereinfachende Beschreibung verwendet, was das Lesen hin und wieder etwas langatmig und erschwerend werden ließ.

Dennoch zog es mich in seinen Bann – was nicht nur daran lag, dass ich fast alle Schauplätze persönlich kenne und das Segeln liebe, sondern auch an dem gewissen Charme, der aus den Formulierungen und dem seltsamen Duo der Hauptcharaktere lag: Carruthers ist eher ein Mensch, der Wert auf Bequemlichkeit, Luxus und Sicherheit legt, während Davies eher der rauhe Naturbursche ist, der nur mit dem Notwendigsten klar kommt. Entsprechend verschieden sind auch ihre Meinungen vom Segeln, was bereits zu Anfang zu einigen Streitigkeiten und fast zum Abbruch des Segelausflugs führt. Doch dann klären sie die Missverständnisse und werden schließlich zu einem eingeschweißten Team, das sich dem Feind entgegen stellt.

Besonders gut hat mir die Darstellung der zwei sehr verschiedenen Charaktere gefallen, die auf mich sehr lebensnah wirkte. Ich hatte den Eindruck, dass Carruthers und Davies diese Geschichte wirklich erlebt hätten, dass hier nichts erfunden wurde. Genau so und nicht anders hätte sich diese Geschichte im deutschen Wattenmeer um 1900 durchaus zutragen können!
Hinzu kam für mich persönlich der Reiz, dass ich fast alle Orte auf ihrer Reise kannte, was die Lesestunden zu einem schönen Abenteuer werden ließ. Kurz: Bei diesem Buch handelt es sich um einen Klassiker, der es auch heute noch verdient, gelesen zu werden!

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[Gelesen] “Verblendung” von Stieg Larsson


Autor: Stieg Larsson
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
Seiten: 688
Erschienen am:
1. Mai 2007
ISBN:
9783453432451
Genre: Krimi / Thriller

 

Stieg Larsson, 1954 in Schweden geboren, gehört leider zu den Autoren, die erst nach ihrem Tod berühmt wurden. Er starb 2004 – ein Jahr bevor sein Debütroman „Verblendung“ in Deutschland veröffentlicht und schließlich ein Bestseller wurde. Ein weiteres Jahr später wurde er posthum mit dem Skandinavischen Krimipreis als bester Krimiautor Skandinaviens geehrt.

Das Buch „Verblendung“ fängt mit der Vorstellung der Hauptcharaktere an, die für mich normal war – nicht besonders fesselnd, aber auch nicht langweilend und dennoch wichtig für das Verständnis des gesamten Buchs. So lernte ich Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander kennen – sie eine Recherchemitarbeiterin in einem Sicherheitsunternehmen, er ein Journalist, der mit seiner letzten Story gewaltig daneben gegriffen hat und sogar rechtskräftig verurteilt wurde. Da er mit seiner verlorenen Glaubwürdigkeit dem Magazin, zu dessen Führung er gehört, nicht weiter schaden will, entscheidet er sich, auszusteigen. Im gleichen Moment erhält er ein Angebot, was auf den ersten Blick hin völlig schwachsinnig erscheint: Er soll das Verschwinden eines Mädchens in den 60er Jahren aufklären (die Handlung spielt ca. 2000), was die Polizei trotz größter Anstrengungen und guter Mithilfe seitens der Anwohner in Hedestad bzw. auf der Insel Hedeby bislang nicht geschafft hat. Da der Auftraggeber Mikael mehr als nur Geld als Bezahlung für diesen Auftrag in Aussicht stellt, willigt er schließlich ein und seine Recherche beginnt.

Ich selbst bin eine Leserin, die sich die Charaktere und ihre Umgebung bildlich (quasi wie in einem Film) vorstellt, wenn sie in die Handlung eintaucht. Dank des recht detaillierten Schreibstils von Stieg Larsson war dies von Anfang möglich. Die Charaktere erschienen mir von Anfang an logisch, da ich durch die ausführliche Einleitung ihre Beweggründe nachvollziehen konnte und ihre Hintergründe kannte. Aber besonders angetan hatte es mir die Beschreibung des kleinen Sommerhauses, in das sich die Vermisste im letzten Jahr vor ihrem Verschwinden zurückgezogen hatte (An der Stelle hab ich mich kurz zurück gelehnt und gedacht: „So ein Ferienhaus hätte ich auch gerne!“). Lediglich bei der Vorstellung des riesigen Familienstammbaums kam Langeweile bei mir auf; hier hätte die im Buch enthaltene grafische Darstellung meines Erachtens vollkommen ausgereicht, zumal die wichtigsten Personen und deren Hintergründe des öfteren zur Sprache kamen.

Was mir an diesem Buch besonders gut gefiel, war das Ende: Nachdem die eigentliche Handlung beendet war, kehrt der Autor zur Rahmenhandlung vom Anfang zurück und findet einen Abschluss, der diesem Roman auch gerecht wird. Es gibt keinen Bruch im Stil, keine lieblos „dahin geklatschten“ Sätze, nur damit die Sache irgendwie abgeschlossen wird, und es blieben auch keine offenen Fragen zurück. Stieg Larsson setzt die bislang offenen Enden sauber und mit gleicher Detailliebe fort, die er bis hierhin gezeigt hat. Anfang, Mitte und Ende des Romans wirken auf mich wie aus einem Guss.

Letztendlich kann ich nur sagen: Dieses Buch hat es verdient, ein Bestseller zu sein! Trotz der teilweisen langatmigen Stammbaumdarstellungen hat die Handlung mich fasziniert und mit sich mitgerissen. Voller Spannung inhalierte ich die Seiten und verfolgte die Handlung – ich wollte endlich wissen, was es mit dem Verschwinden auf sich hat! Jemand, der spannende Stunden verbringen möchte, ist mit diesem Buch bestens bedient!

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